Dozent 4.0 — mobile Vorlesungsaufzeichnung an der RWTH Aachen
An der RWTH Aachen sind zwei mobile Robidia-Systeme („Dozent 4.0") parallel im Einsatz. Eine Kamera pro Hörsaal, sensorbasierte Umschaltung zwischen Dozent und Laptop — startet auf Knopfdruck.
Mobil, ein Knopfdruck, zwei parallele Systeme
Projekt-Details
- Branche
- Hochschule & Bildung
- Standort
- RWTH Aachen
- Setup
- Mobil — pro Standort eine PTZ-Kamera + Recheneinheit, in einem Koffer transportabel
- Eingesetzte Module
- Autonome Kamerasteuerung · sensorbasierte Laptop-Umschaltung
- KPI
- Zwei Systeme parallel im Einsatz · Bedienung per Knopfdruck
- Projektname
- Dozent 4.0
Die Ausgangslage
Hochschulen produzieren über das Semester verteilt eine sehr große Zahl an Lehrveranstaltungen, die für hybride Formate, Wiederverwendung in Folge-Semestern oder Studierende mit Vereinbarkeitsanforderungen aufgezeichnet werden sollen. Pro Hörsaal ein dediziertes Kamerateam einzusetzen ist weder finanziell noch organisatorisch realistisch.
Klassische Aufzeichnungen mit fest installierter, statischer Kamera liefern oft nur einseitige Bildausschnitte: Dozierende werden in der Totale klein abgebildet, Laptop-Inhalte und Folien sind im Stream nicht lesbar, und sobald der Dozent den festen Bildbereich verlässt, geht der Bezug verloren.
Die Anforderung
Die RWTH formulierte ein Anforderungsprofil, das klassische Festinstallationen explizit nicht erfüllten:
- Mobil: das System soll von einem Hörsaal in den nächsten mitgenommen werden können — Kameras können entweder fest im Raum bleiben oder in einem kompakten Koffer mit transportiert werden.
- Schnell auf- und abgebaut: kein Studio-Setup, kein Fachpersonal vor Ort.
- Ein-Knopfdruck-Start: Dozierende oder Hörsaal-Verantwortliche starten das System, ohne Broadcast-Wissen mitbringen zu müssen.
- Inhaltlich vollwertig: Wenn der Dozent zum Laptop wechselt, um etwas am Bildschirm zu zeigen, soll der Stream das auch zeigen — nicht den leeren Vortragstisch.
Die Lösung: Dozent 4.0
Robidia hat unter dem Projektnamen „Dozent 4.0” eine mobile Konfiguration aufgesetzt. Aktuell sind zwei Systeme parallel im Einsatz an der RWTH. Die Verteilung auf Veranstaltungen entscheiden Dozierende und Hörsaal-Verantwortliche in Absprache mit Lehrplan und Studierenden.
Setup pro Standort:
- Eine PTZ-Kamera pro Hörsaal — entweder fest installiert oder im mitgeführten Roll-Case (Kamera + Technik gemeinsam verbaut).
- Autonome Kamerasteuerung übernimmt Speaker-Tracking und Bildauswahl.
- Sensorbasierte Umschaltung: Sobald der Dozent sich dem Laptop oder einem Computer nähert, erkennt ein dedizierter Distanzmessungs-Sensor diese Bewegung. Das System schaltet autonom auf den Laptop-Output / die Leinwand um — Studierende sehen im Stream das, was im Hörsaal an die Wand projiziert wird, vollflächig.
- Bedienung: Ein Knopfdruck startet das System. Kein Broadcast-Operator, kein Setup-Aufwand pro Veranstaltung.
Aufbau-Ablauf (mobile Variante):
- Kamera aus dem Roll-Case nehmen — die gesamte Recheneinheit ist im Case verbaut.
- Kamera auf das Stativ stellen.
- SDI-Kabel und LAN-Kabel mit der Kamera verbinden.
- LAN-Kabel in einen vorhandenen LAN-Anschluss für Internet stecken.
- HDMI-Port vom Laptop des Dozenten mit dem Roll-Case verbinden — der Laptop-Output wird damit für die Stream-Einblendung verfügbar.
- Distanzmessungs-Sensor anschließen.
- Stream Deck auf den Tisch legen — Knopfdruck startet die Aufzeichnung.
Vom Auspacken bis zum laufenden System wenige Minuten. Der Abbau verläuft in derselben Reihenfolge rückwärts.
Sobald der Dozent zurück zum Vortragspunkt geht, wechselt das Bild zurück auf die Speaker-Verfolgung. Die Logik dahinter ist nicht zeitbasiert oder skript-getrieben, sondern ergibt sich aus der Sensor- und Bildauswertung in Echtzeit.
Die Ergebnisse
- Zwei Systeme parallel im Regelbetrieb an der RWTH Aachen — die Verteilung auf Lehrveranstaltungen läuft über die Hörsaal-Belegung, nicht über zentrale Broadcast-Planung.
- Vollflächige Bildschirminhalte im Stream: Studierende sehen Laptop-Demos und Folien-Wechsel in voller Auflösung, ohne dass jemand händisch umschalten müsste.
- Knopfdruck-Bedienbarkeit: Dozierende starten und stoppen das System selbst — ohne Hörsaal-Technik-Schulung.
- Mobiler Einsatz: Räume ohne Festinstallation werden über die Koffer-Variante erschlossen, ohne dass pro Raum ein eigenes System angeschafft werden muss.
Was Sie daraus mitnehmen können
Wenn Sie eine Hochschule oder Bildungseinrichtung betreiben und Aufzeichnung als organisatorische Skalierungsfrage betrachten — also weder als Studio-Großprojekt noch als Festinstallations-Investment in jeden einzelnen Raum — dann ist die mobile Konfiguration relevant. „Dozent 4.0” zeigt, dass eine PTZ-Kamera mit autonomer Bildlogik plus sensorbasierter Laptop-Umschaltung pro Hörsaal ausreicht — die Stream-Qualität für Studierende ist dabei vergleichbar mit aufwändigeren Multi-Kamera-Setups.
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